Lubowitz – mehr als nur Eichendorff

Wer Lubowitz kennt, verbindet den Ort meist zuerst mit dem deutschen Romantiker Joseph von Eichendorff. In dem kleinen Dorf in der Gemeinde Rudnik bei Ratibor sind die Ruinen des ehemaligen Schlosses der Familie Eichendorff erhalten.

Die Gegend ist jedoch auch seit Langem von großem Interesse für Archäologen der Jagiellonen-Universität. Bereits seit den 1950er-Jahren führen sie hier regelmäßig archäologische Untersuchungen durch.

Von Mitte August bis zum 11. September 2026 waren die Archäologen erneut in Lubowitz. Wie liefen die diesjährigen Arbeiten ab? Was stand im Mittelpunkt der Forschungen – und welche Entdeckungen konnten gemacht werden?

Auf diese und weitere Fragen antwortet Michał Mazur vom Institut für Archäologie der Jagiellonen-Universität in Krakau, der die archäologischen Arbeiten in Lubowitz leitete. Das Gespräch führt Daniela Wochnik (Interview auf Polnisch):

In Lubowitz befinden sich die Überreste einer prähistorischen Wallburg – vermutlich der größten Anlage dieser Art auf dem Gebiet des heutigen Polen. Bereits in den 1970er-Jahren wurden hier Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit entdeckt, die etwa 5.000 Jahre vor Christi Geburt entstanden sind. Bei den Ausgrabungen kamen außerdem Spuren einer intensiven Besiedlung aus der Bronzezeit ans Licht.

Für angehende Forscherinnen und Forscher ist die Möglichkeit, an einem Ort mit einer solch reichen Geschichte praktische Erfahrungen zu sammeln, ein besonderes Erlebnis. Daniela Wochnik sprach darüber mit Michał und Maja (Interviews auf Polnisch):

Die Forschungen in Lubowitz werden voraussichtlich noch 15 Jahre fortgesetzt. Der Fundort ist ein fester Praktikumsplatz für Archäologiestudierende aus Krakau.