„Diese Gedenkfeiern sollen eine Mahnung sein, damit sich so etwas nie wiederholt“

Unter dem Begriff der Oberschlesischen Tragödie verbergen sich Angst, Leid und Verfolgung, die viele Bewohner Oberschlesiens getroffen haben. Am 24. Januar 2026 erinnerte der Marsch nach Zgoda an dieses dunkle Kapitel der Geschichte. Zahlreiche Einwohner der Region sowie Vertreter der Politik und der deutschen Minderheit nahmen daran teil und legten die zehn Kilometer lange Strecke zu Fuß zurück.

Das Lager Zgoda in Schwientochlowitz stand von Februar bis November 1945 unter der Kontrolle des Ministeriums für öffentliche Sicherheit. Einer der Lagerkommandanten war Salomon Morel, der später wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wurde. Inhaftiert waren Deutsche, Schlesier, Polen und andere – oft aufgrund ihres tatsächlichen oder vermeintlichen Widerstands gegen die kommunistische Regierung. Die Bedingungen im Lager waren extrem – Hunger, Krankheiten und brutale Repressionen führten zum Tod Tausender Häftlinge. Das Lager wurde Ende 1945 aufgelöst, und viele Überlebende wurden zum Schweigen über ihre Erlebnisse gezwungen.

Die deutsche Minderheit erinnert seit über 30 Jahren an die Oberschlesische Tragödie. Andrea Polanski sprach in Schwientochlowitz mit Martin Lippa, dem Vorsitzenden des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien:

In den wiedereröffneten Arbeits- und Konzentrationslagern, wie in Schwientochlowitz, Lamsdorf oder Myslowitz starben viele Menschen. Es war eine Tragödie mit enormen Auswirkungen auf die spätere Geschichte und Entwicklung Schlesiens.