Nicht nur Zgoda und Lamsdorf
Im Zusammenhang mit der Oberschlesischen Tragödie werden am häufigsten Orte wie das Lager Zgoda in Schwientochlowitz oder Lamsdorf genannt. Tatsächlich traf das Drama des Nachkriegsterrors weit mehr Orte und Gemeinschaften. Einer dieser Orte ist Myslowitz, wo die Erinnerung an die Opfer bis heute lebendig geblieben ist.
Am Samstag, den 24. Januar 2026 , luden der Myslowitzer Kreis der Autonomiebewegung Schlesiens (RAŚ) sowie Ślōnskŏ Ferajna zu den Gedenkfeiern zur Oberschlesischen Tragödie ein. Diese fanden zunächst auf dem Waldfriedhof im Stadtteil Wesoła statt und anschließend im Park Promenada im Zentrum von Myslowitz, wo sich eine Skulptur befindet, die den Opfern des provisorischen Gefängnisses und des Arbeitslagers Rosengarten gewidmet ist.
An den Feierlichkeiten nahmen unter anderem Stadträte von Myslowitz, Vertreter des Forstamts Kattowitz sowie der Grube, auf deren Gelände sich der Friedhof befindet, eine Delegation der Stadtpolizei, Vertreter gesellschaftlicher Organisationen und Schulen sowie Repräsentanten der deutschen Minderheit aus der Woiwodschaft Schlesien teil, darunter der Vorsitzende Martin Lippa, sowie Agnieszka Dłociok, Vorstandsmitglied des DFK Schlesien. Auch der Europaabgeordnete Łukasz Kohut beteiligte sich an den Gedenkfeiern.
Der Waldfriedhof im Stadtteil Wesoła birgt die Gräber der Opfer des Zweiten Weltkriegs sowie der Oberschlesischen Tragödie. Über Jahrzehnte hinweg war dieser Ort ein stummer Zeuge von Gewalt und Leid, dessen Geschichte vor allem im familiären Gedächtnis der Bewohner bewahrt wurde.
Im Jahr 1943 errichteten die Deutschen auf dem Gelände der heutigen Grube Wesoła das Zwangsarbeitslager Fürstengrube, eine Außenstelle des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Im Januar 1945 wurde der Großteil der Häftlinge im sogenannten Todesmarsch evakuiert.
Das Ende des Krieges bedeutete jedoch nicht das Ende des Leidens. Nach 1945 bestand an demselben Ort ein Arbeitslager, in das Bewohner Oberschlesiens eingewiesen wurden.
Mehr zu diesem Thema erzählt Arnold Langner vom Verein Ślōnskŏ Ferajna, mit dem Andrea Polanski anlässlich der Veranstaltung gesprochen hat:
Das Material hat Andrea Polanski vorbereitet.