„Die Oberschlesische Tragödie ist nicht nur ein historischer Begriff“

Der Januar ist in Oberschlesien eine Zeit der besonderen Reflexion im Zusammenhang mit den tragischen Ereignissen vor über 80 Jahren. Denn im Januar 1945 begann mit dem Einmarsch der Roten Armee das Drama zehntausender Bewohner der Region. Morde an Zivilisten, Vergewaltigungen, Plünderungen, Internierungen sowie Massenverschleppungen in die Sowjetunion wurden für viele schlesische Familien zu einer gemeinsamen Erfahrung, unabhängig von der Sprache, die sie sprachen, oder ihrer nationalen Zugehörigkeit.

Am Sonntag, dem 18. Januar 2026, fanden in Gleiwitz am Denkmal für die Gleiwitzer Opfer von Krieg und Totalitarismus im Chopin-Park die Gedenkveranstaltungen zum 81. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie des Gleiwitzer Landes statt. Veranstalter waren das Soziale Komitee für die Gedenkfeiern der Oberschlesischen Tragödie 1945 des Gleiwitzer Landes sowie die Woiwodschaft Schlesien.

Die Feierlichkeiten begannen um 16.00 Uhr mit der Niederlegung von Blumen. Dieser symbolische Akt galt dem Gedenken an die Einwohner der Stadt, die in den ersten Wochen des Jahres 1945 auf den Straßen, in ihren Häusern und Hinterhöfen ums Leben kamen, ebenso wie an jene, die in Lager und Gulags verschleppt wurden.

An den Gedenkfeiern nahmen Vertreter der deutschen Minderheit teil, darunter Martin Lippa, Vorsitzender des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien, sowie Agnieszka Dłociok, Vorstandsmitglied des DFK Schlesien und Vorsitzende des DFK-Kreisverbandes Gleiwitz. In ihrer Ansprache betonte Agnieszka Dłociok, dass die Oberschlesische Tragödie kein bloßer historischer Begriff sei, sondern für viele Familien bis heute eine lebendige Erfahrung darstelle. Wie sie heute auf die Ereignisse des Jahres 1945 blickt, erzählte sie Andrea Polanski, die vor Ort war:

Das Material hat Andrea Polanski vorbereitet.