Die deutsche Minderheit aus der Perspektive der jüngeren Generation
Die deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien besteht seit 35 Jahren – das heißt: sie besteht offiziell seit damals, denn im Januar 1990 wurde die Organisation registriert. Die Deutschen, die nach dem Krieg in ihren Häusern blieben, jedoch nun innerhalb der Grenzen des neuen Staates, pflegten ihre Identität oft heimlich. So sah die Realität in Oberschlesien nach dem Krieg aus – die Verwendung der deutschen Sprache im öffentlichen Raum war verboten. Die rechtliche Anerkennung der deutschen Minderheit war daher ein großer Grund zum Feiern.
Seitdem sind 35 Jahre vergangen. Es hat sich vieles verändert. Vor allem kam es innerhalb der Minderheit zu einem Generationswechsel. Junge Menschen erleben ihre Identität etwas anders. Sie pflegen gerne und mit Respekt die Traditionen ihrer Vorfahren, sind dabei jedoch zugleich offen für gesamteuropäische Werte. Eine dieser Personen ist Łukasz Giertler aus Bielitz-Biala. Łukasz ist Historiker, daher legt er in seiner Tätigkeit großen Wert auch auf Aspekte des kulturellen Erbes der Region, aus der er stammt. Über seine Arbeit in der deutschen Minderheit in Bielitz-Biala sprach er mit Andrea Polanski:
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