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KULTURA

2017-12-26
Stehende Ovationen in der Philharmonie

Nach einer längeren Pause erwachte das Konzert "Musik kennt keine Grenzen" erneut zum Leben. Der Initiator des ersten Konzertes war der inzwischen verstorbene Johann Kendzia, der Dirigent des Symphonieorchesters in der Philharmonie.

Am 9. Dezember lud der Deutsche Freundschaftskreis im Beizrk Schlesien zum Konzert „Musik kennt keine Grenzen“ ein. Im Programm gab es den Auftritt des Kreissängerchores, der DFK-Jubiläumschöre und ein Symphoniekonzert mit Solisten unter der Leitung von Bohdan Wantuła.

Das Konzert teilte sich in zwei Teile - im ersten Teil haben die Chöre der Deutschen Minderheit mit ihrem Programmen die Anwesenden erfreut und anschließend gestaltete das Symphonieorchester das weitere Programm.

Unter den vielen Gästen befand sich auch Andrzej Chroboczek, Mitglied des Vorstandes des Landkreises Ratibor, der der Einladung der deutschen Minderheit gefolgt war: „Ich war überrascht von der Initiative der Deutschen Minderheit, denn eine Philharmonie bedeutet schon ein gewisses Niveau, deswegen freut mich, dass ich heute hier bin“.

Gute Leistung

Nicht nur der Ort des Konzertes überraschte, sondern auch die auftretenden Chöre, denn nach dem ersten Teil des Konzerts, schwärmten alle Besucher über die künstlerischen Auftritte der Chöre und das hohe Niveau, so auch Josef Kuc, Vorstandsmitglied des Deutschen Freundschaftskreises: „Es war wunderbar! Die Chöre sind unsere Visitenkarte, sie haben wirklich ein sehr hohes Niveau gezeigt. Die Chöre aus Ostroppa und Pawlau haben besonders positiv herausgeragt.“ Agnieszka Dłociok, Vorstandsmitglied des DFK und Vorsitzende des DFK-Kreisverbandes Gleieiwtz, war ebenfalls begeistert: „Ich bin heute sehr gerührt. Die Ausführung der Chöre war wunderbar! Es freut mich, dass die Menschen sich zeigen können, und das sogar in einer Philharmonie, denn es gibt sehr viele Proben und viel Arbeit bei den Chören und es kann also nicht so sein, dass es mit den Proben endet. Die Chöre müssen auftreten und ihr Können präsentieren.“ 

Auf der Bühne präsentierten sich insgesamt vier Chöre: der „Kreischor“ aus Kattowitz, der „Schönwälder Trachtenchor“ aus Broslawitz, „Cantate“ aus Pawlau und der „Heimatchor“ aus Gleiwitz-Ostroppa. Es fand sich auch Zeit für einen gemeinsamen Auftritt der vier Chöre unter der Leitung von Kornelia Pawliczek-Błońska. 

Anfänge 

Der „Kreischor“ wurde von Johann Kendzia ins Leben berufen, wie sich Roman Dziwisz, der heutige Chorleiter erinnert: „Seit acht Jahren leite ich den Chor, es sind sehr nette Menschen. Kendzia gehörte zu den besten Musikern in Kattowitz, er gründete Chöre, man könnte sogar sagen, dass er der Vater des Berufschores ist. Auf der Basis von seinen Sängern erstand der erste Chor der Philharmonie. Von Kendzia bis zu den heutigen Chordirigenten gibt es in der Woiwodschaft Schlesien eine ununterbrochene Fortsetzung der Chorarbeit.“ Auch Roman Dziwisz leistet eine wunderbare Arbeit, denn jeder Auftritt wird sehr sorgfältig vorbereitet: „Das Niveau der DFK-Chöre ist sehr hoch, sie singen ein sehr schwieriges Programm, man sieht aber, dass die Mitglieder sich sehr bemühen und viel üben, um sich gut zu präsentieren. Auch wenn es um meinen Chor geht, haben wir vor dem Auftritt hier drei Monate lang geübt. Alle Künstler haben Angst vor den Stücken von Strauss, weil dort Leichtigkeit und Finesse herrschen, ich denke aber, dass mein Chor eine gute Leistung geliefert hat.“ 

Der zweite Teil des Programms begann und endete mit stehendem Publikum. Der Grund dafür war am Anfang das Eröffnungslied „Ode an die Freude“ und am Ende war die stehende Ovation als Dankeschön für das Konzert. Was es im zweiten Teil zu hören gab, erzählt der Dirigent des Symphonieorchesters „Laura“, Bohdan Wantuła: „Auf der Bühne herrschten heute vor allem deutsche Komponisten, aber auch Operettenlieder“.  Der Dirigent erinnerte sich auch, wie der Kontakt zu der Deutschen Minderheit begonnen hat: „Mein erster Kontakt mit der Deutschen Minderheit war vor sehr langer Zeit. Es war ebenfalls bei einem Konzert in der Philharmonie, ich spielte damals noch im Orchester mit.  Die Konzerte, von denen ich spreche, waren sogar unter demselben Namen „Musik kennt keine Grenzen“. Damals haben sich um die Konzerte Johann Kendzia und Joachim Baron gekümmert. Ich hab es alles sozusagen als Erbe bekommen, genau wie die Noten.“

Ob das Konzert „Musik kennt keine Grenzen“ den Anwesenden gefallen hat, musste man gar nicht fragen, denn der laute Beifall, die stehenden Ovationen und Bitten um weitere Stücke, sprachen für sich.  

Monika Plura