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KULTURA

2017-08-04
Jugend bewegen, Europa gemeinsam gestalten

Am 26. Juli gab es die Abschlussveranstaltung des Sommercamps 2017 in Sensburg/Mrągowo. 80 Jugendliche der deutschen Minderheit aus 10 Ländern Europas haben auf der Bühne die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert.  
(polska wersja językowa)

Die Jugendlichen trafen sich beim Sommercamp im Zeitraum vom 15. bis zum 27. Juli, wobei die Abschlussveranstaltung am vorletzten Tag stattfand. In den 11 Tagen haben sie viel unternommen:

„Es gab drei Säulen. Die wichtigste ist die Projektarbeit. Es sind sechs Projektgruppen gegründet worden, die zusammen ein Thema bearbeitet haben und auch Methoden gelernt. In jeder Gruppe war ein Deutschlehrer und Workshopleiter, sodass die Teilnehmer einerseits neue Inhalte zu bestimmten Themen gelernt haben, andererseits – ihre deutsche Sprachkenntnisse verbessert haben. Die zweite Säule waren Ausflüge und das Rahmenprogramm und der dritte Punkt waren die Länderabende“, erklärt Anna Juraschek vom Institut für Auslandsbeziehungen ifa e.V.
 


Die Idee des Sommercamp entstand vor vier Jahren und wurde vom Institut für Auslandsbeziehungen und Goethe-Institut entwickelt. „Vor vier Jahren wusste man nicht, was für ein Erfolg das werden wird. Heute konnte man das sehen. Was die Jugendlichen in zehn Tagen vorbereitet haben und heute auf die Bühne gebracht haben, darauf können sie wirklich stolz sein“, so Roland Schmidt vom Goethe-Institut.

 

Europa, Medien, Toleranz, Populismus, Vielfalt

In sechs Projektgruppen haben die Teilnehmer des Sommercamps Themen wie Europa, Medien, Toleranz, Populismus, Vielfalt bearbeitet. Die einzelnen Projektgruppen liefen unter den Titeln: „Fakten OHNE Medien / Medien OHNE Fakten“, „Die Suche nach Freiheit – Identität“, „Europa-Werkstatt (Identität, Vielfalt und Engagement in Europa)“, „Migration früher und heute“, „Mrągowo (Sensburg) – eine Stadt mit Vergangenheit“ sowie „Nachrichten in 100 Sekunden – das Sommercamp berichtet...“

Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben sie während der vielfältigen, multimedialen Abschlusspräsentation gezeigt. Diese fand - auf  Einladung der Bürgermeisterin Otolia Siemieniec - im Tourismus- und Kultur Zentrum in Sensburg statt.

Im Zentrum haben sich mit den jungen Deutschen aus Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Serbien, Russland, Ukraine und Kasachstan die eingeladenen Gäste getroffen, unter denen Ronald Grätz, ifa-Generalsekretär Walter Sabiel von der Goethe-Institut Zentrale, Fried Nielsen vom Kulturreferat der deutschen Botschaft in Warschau, die Bürgermeisterin von Sensburg Otolia Siemieniec, Bernard Gaida, der Vorsitzende des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in Europa, sowie Vertreter der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren waren.
 

„Ich fand die Präsentationen exzellent! Ich fand die Auseinandersetzung mit Europa, ob das jetzt in der Präsentation mit Fake-News-Nachrichten oder der theatralischen Auseinandersetzung mit Flüchtlingen und der Reflexion über Integration, ausgezeichnet. Alles Präsentationen waren wirklich beeindruckend. Ich bedauere, dass ich selbst mal an so einem Camp nicht teilgenommen habe, da ich auch von der deutschen Minderheit in Sao Paulo in Brasilien bin. Ich bin hellauf begeistert. Glückwunsch! Toll, dass sie das machen“

Ronald Grätz, ifa-Generalsekretär

 

 

 

„Ein gelebtes Europa unter jungen Menschen. Ich glaube, dass die Jugendlichen aus den 10 Ländern hier toll zueinander gefunden haben. Das gibt uns die Hoffnung, dass Europa bestehen bleiben wird“

Fried Nielsen, Kultur-Attaché der deutschen Botschaft in Warschau

 


„Das war sehr interessant. Auf der Bühne waren junge Menschen von vielen Ländern, die fließend Deutsch gesprochen haben. Das ist die Zukunft in Europa“

Henryk Hoch, Vorsitzender der Deutschen Minderheit in Ermland und Masuren

 

 

„Einige Sachen haben mich wirklich beeindruckt. Es gab auch Momente, die ich sehr emotional empfand und die mich sehr zum Denken gebracht haben. Alles hat mir sehr gut gefallen. Eine Wahnsinns-Leistung  haben die Jugendlichen aufgeführt“

Walter Sabiel, Goethe-Institut Zentrale

 

 

 

 

„Den jungen Menschen möchte ich heute mitteilen: die Zukunft hängt von Euch ab und braucht Euch. Allen Völkern der Welt erklärte einst Johannes Paul der II, dass wir »patriotisch das, was Heimat ist lieben sollen. Das heißt: Liebe zu Geschichte, zu Tradition, zu Sprache und selbst zu heimatlichen Landschaft« Nur eine Heimat, die für jede Sprache und jeden Bewohner offen ist, kann geliebt werden. Und nur eine geliebte Heimat verlässt man in Trauer. Wenn wir uns davon entfernen, verlieren wir den schönen Traum eine Europas vieler Völker, selbständiger Regionen, großer Kultur und gemeinsamer Werte. Fahrt nach Hause mit der Botschaft, dass Stärkung der Vielfalt, Stärkung der deutschen Sprache und Kultur nicht nur Euch dient,  sondern uns allen – dient Europa“.

Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in Europa.


 

 


 


Neue Freunde, neue Kulturen

Positive Meinungen haben zum Thema des Sommercamps nicht nur die Gäste oder die Veranstalter ausgesprochen. Auch den jungen Deutschen aus den verschiedensten Ecken Europas selbst hat es beim Sommercamp sehr gefallen.  

Hier ein Beweis zum Anhören:


Die fünfte Edition des Sommercamps befindet sich noch in der Planung: „Es geht wahrscheinlich nach Tschechien, aber wir warten noch auf Zustimmung der jeweiligen Institutionen“, so Anna Juraschek.

Eine Fotoreportage von der Sommercamp-Abschlusspräsentation gibt es hier.


ap