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2017-06-06
Vorstand entlastet ohne Diskussion

Am 20. Mai 2017 trafen sich in Dombrowka (poln. Dąbrówka) in Gemeinde Langendorf die Delegierten des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien bei der Jahresversammlung. Auf der Tagesordnung standen Berichte über die Tätigkeit, die Finanzen und der Revisionskommission. Von den 68 Delegierten waren nur 43 anwesend.  Die meisten Delegierten fehlten aus Kreisverband Ratibor.

Die Sitzung eröffnete der Vorstandsvorsitzende Martin Lippa, der auch ein kurzes Eröffnungsprogramm in Aufführung des Chores Veni Cantare aus Langendorf (poln. Wielowieś) ansagte. Nach der Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder des DFK im Bezirk Schlesien und nach dem Absingen des Liedes „Oberschlesien, mein Heimatland“, ergriffen das Wort die eingeladenen Gäste. Josef Schütz, der Ortsvorsteher von Langendorf und Joanna Janecka, die Leiterin der Abteilung für Zusammenarbeit mit Institutionen und nationale Minderheiten vom Schlesischen Wojewodschaftsamt haben den Versammelten eine konstruktive und erfolgreiche Sitzung gewünscht.  

 

Wichtigsten Ereignisse

Martin Lippa, der Vorstandsvorsitzender des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien, weißte in dem Tätigkeitsbericht auf die wichtigsten Ereignisse und Aspekte des vergangenen Jahres und erstattete einen kurzen Bericht über die Umsetzung der Beschlüsse, die bei der letzten Delegiertenversammlung  gefasst wurden. Zu den präsentierten Themen gehörte u. a. die organisatorische Reorganisation, die in den Medien des DFK Schlesien im Jahr 2016 durchgeführt wurde. Der Vorsitzende erinnerte auch an ein paar interessante Veranstaltungen und hat auch einige von den eingeführten Änderungen und Verbesserungen besprochen.

„Meiner Meinung nach sind die größten Erfolge des Jahres 2016 die Belebung von vielen Ortsgruppen und Kreisverbänden, die Vielzahl von verschiedenen und mehrmals innovativen Projekten, wie auch, vor allem, eine hohe Bewertung unserer Strukturen durch ein unabhängiges Team, welches vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen beauftragt wurde eine Kontrolle durchzuführen. Für einen Erfolg halte ich auch, dass das Marschallamt in Kattowitz eine Summe im Budget für Projekte der nationalen und ethnischen Minderheiten abgetrennt hat, um was ich mich seit längerer Zeit bemüht habe“, so Lippa.

Aus den Mitteln des Kattowitzer Marschallamtes organisierte der DFK Schlesien im Jahr 2016 u. a. eine Bildungskonferenz zum Thema „Deutsche Sprache im Bildungswesen“, die Ende Oktober in Loslau Lehrer aus der ganzen Wojewodschaft versammeltet. Die kulturelle Tätigkeit des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien wurde auch in Zahlen zusammengefasst. Durch die Ortsgruppen des DFK Schlesien wurden 120 Projekte aus Mitteln des Konsulates der BRD, 6 Projekte mit finanzieller Unterstützung  der Stiftung für Entwicklung Schlesiens, 17 Projekte aus Mitteln des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen und 176 im Rahmen des Projektes „Konsolidierung der Begegnungsstätten“ organisiert. Außerdem haben die Ortsgruppen des DFK im Bezirk Schlesien auch alleine Projekte durchgeführt, was Vorsitzender Lippa extra betont hat:

„Besondere Erwähnung verdient die Tatsache, dass die Ortsgruppen außerdem über 600 Kulturprojekte durchgeführt haben, die von anderen Institutionen, aus Eigenmitteln oder vom 1 % des Steuers finanziert wurde. Hinzu kommen noch die Projekte der Kreisverbände und der Bezirksdienststelle in Ratibor“.

 Insgesamt wurden im Jahr 2016 im Bezirk Schlesien ca. 1000 Projekte  veranstaltet. 

 

Existenzgefahr für die Strukturen?

Ein wichtiger und ernster Punkt des Berichtes waren finanzielle Angelegenheiten:

„Ich spreche seit 2008 über die Existenzgefahr, welche den Strukturen der gesamten deutschen Minderheit in Polen droht. Nach Schätzungen der Stiftung für Entwicklung Schlesiens sollten die uns zur Verfügung stehenden Mittel für Administrationskosten nur bis Jahr 2016 oder 2017 ausreichen. Wir haben im Verband deutscher Gesellschaften in Polen entsprechende Schritte vorgenommen und uns wurde eine Unterstützung von den sog. „Frischmitteln“ aus Deutschland ab 2017 versprochen. Ende 2016 haben wir jedoch erfahren, dass die Unterstützung gestrichen wurde“, erklärte Martin Lippa.

Lippa fügte hinzu, dass dank großen Einsatz vom VdG-Vorsitzendem Bernard Gaida und der Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten Hartmut Koschyk, die Unterstützung letztendlich zugestimmt wurde. Es ist jedoch zu besorgen, dass die Unterstützung wieder zurückgezogen wird, da Koschyk sich schon erklärt hat, dass er nicht mehr kandidieren wird.

„Das ist eine wirklich ernste Angelegenheit. Ich hoffe nur, dass dank guten Kontakten, aber vor allem einem sehr guten Bild, das wir uns bei den Behörden und vielen deutschen Politikern dank unserem Engagement in den letzten Jahren ausgearbeitet haben, es und doch gelingt den gestrichenen Betrag wieder in den Haushalt zu bringen. Es steht vor uns ein weiter und nicht leichter Weg die Entscheidungsgremien in Deutschland zu überzeugen, dass es sehr wichtig ist, nicht nur für uns selbst“, fasste Lippa zusammen.  

 

Rahmenplan für 2017

Der vorgestellte Rahmenplan des Vorstandes des Deutschen Freundschaftskreises im Bezirk Schlesien für das Jahr 2017 umfasste sechzehn Punkte. Der Vorstand will dieses Jahr Initiativen zur Entwicklung der deutschen Kultur in der Wojewodschaft Schlesien fördern, die Deutschen in Schlesien repräsentieren, finanzielle Unterstützung für die satzungsgemäße Tätigkeit mit Nachdruck auf alternative Geldquellen besorgen und die Zusammenarbeit mit Selbstverwaltungen und Organisationen aus Deutschland pflegen. Der Rahmenplan beinhaltete auch Punkte zur medialen Tätigkeit des DFK. Der Vorstand möchte weiterhin die Radiosendungen produzieren, das Internetradio fördern und das Kulturbulletin herausgeben. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit der Pro Futura aus Oppeln vertieft werden und das Streben nach einer zusätzlichen zweisprachigen Zeitungsbeilage nicht enden.

Weiterhin soll auch die Internetseite des DFK aktualisiert werden und die Tätigkeit des DFK im Internet und sozialen Netzwerken verbreitet. Der Rahmenplan umfasste auch die Fortsetzung der Tätigkeiten in Richtung der zweisprachigen Ortsbenennung, der Modernisierung der Büros und der effektiven Ausnutzung des Status der Gemeinnützigen Organisation. Geplant für 2017 wird seitens des Vorstandes auch die Organisation der Feierlichkeiten der Oberschlesischen Tragödie und der Festivals der deutschen Kultur in Ustron, wie auch die Würdigung des Erbes und der Verdienste der DFK-Mitglieder.

Von links: Vorstandsvorsitzender Martin Lippa, Vorsitzender der Revisionskommission Willibald Fabian,
Schatzmeister Waldemar Świerczek, Leiterin der Abteilung für Zusammenarbeit mit Institutionen und nationalen
Minderheiten des Schlesischen Wojewodschaftsamtes in Kattowitz Joanna Janecka, Sekräter Manfred Kroll

 

Wunschlos oder resigniert?

Nach der Vorstellung des Tätigkeitsberichtes und des Rahmenplans wünschte der Vorstandsvorsitzender der Tagung einen guten Ablauf:

„Ich hoffe auf eine positive Diskussion, konstruktive Beschlüsse, welche uns nach vorne bringen“.

Es gab aber seitens der verrammelten Delegierten während der geplanten Besprechung und Diskussion der Berichte keine Fragen, keine Vorschläge. Keine Diskussion zu den Berichten fand statt. Heißt das, dass die Delegierten wunschlos glücklich mit der Tätigkeit des Vorstandes und des Präsidiums sind? Oder ist das ein Zeichen der Resignation oder Gleichgültigkeit? Nach der Versammlung haben einige Gespräche der Delegierten eher auf eine Resignation und Hoffnungslosigkeit hingedeutet. Einige meinten, dass Meldungen sowieso keinen Sinn hätten, da egal ob etwas vorgeschlagen wird oder nicht, der Vorstand  sowieso das Seinige tut und die Diskussionen bei der Jahresversammlung sowieso nichts ändern. Und wie empfindet die fehlende Diskussion der Vorstandsvorsitzender, Martin Lippa?

„Es war eine gut vorbereitete Versammlung. Alle Berichte haben Fragen und auch einige kritischen Bemerkungen aus der Vergangenheit berücksichtigt. Keine Fragen bedeuten natürlich nicht, dass dieses oder jenes nicht besser sein könnte. Wir handeln aber ordnungsgemäß nach unserer Satzung, alle Außenkontrollen sind für uns positiv. Alle Anträge, welche gestellt werden, werden von uns bearbeitet und weitergeleitet. Wie unterstützen alle, welche sich mit irgendwelchen Problemen an uns wenden. Die DFK-Gruppen wurden von uns betreut und auch finanziell gut unterstützt. Eine künstliche Opposition brauchen wir nicht“, so Lippa.

Der Vorstand wurde während der Sitzung entlastet, jedoch die Entlastung war nicht einstimmig. Einige Delegierten haben sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten.

 

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ap