„Workuta“ von Horst Bienek in polnischer Übersetzung
Der deutschsprachige Schriftsteller und Lyriker Horst Bienek wurde 1930 in Gleiwitz geboren. Bekannt wurde er vor allem durch seinen Romanzyklus über das Leben einer oberschlesischen Familie während des Zweiten Weltkriegs. Gegen Ende seines Lebens kehrte er zu den Themen Lagerhaft und Repression zurück. Im Jahr 1951 wurde er in Berlin verhaftet und zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Letztlich verbrachte er drei Jahre in einem sowjetischen Arbeitslager. Von diesen Erfahrungen erzählt sein letztes Buch, dessen Veröffentlichung er selbst nicht mehr erlebte – das Manuskript wurde erst nach seinem Tod entdeckt.
Heute liegt „Workuta“ erstmals in polnischer Übersetzung vor. Die Buchpremiere fand am 13. Mai in der Schlesischen Bibliothek in Kattowitz statt, die das Buch herausgegeben hat. Warum sich die Bibliothek für dieses Projekt entschieden hat? Bartłomiej Majzel von der Schlesischen Bibliothek in Kattowitz (Interview auf Polnisch):
Dr. habil. Paweł Marcinkiewicz, Professor an der Universität Oppeln, hat gemeinsam mit Dr. habil. Daniel Pietrek „Workuta“ ins Polnische übersetzt. Das Buch ist Horst Bieneks persönlicher Bericht über seine Erfahrungen im Arbeitslager. Wie übersetzt man eine so persönliche und zugleich historische Literatur? (Interview auf Polnisch)